02 Sep 2011

Die Kehrseite der Medaille

von Heiko Lüdemann


Ökologie hat Konjunktur, der ökologische Gedanke der Nachhaltigkeit hat sich zu einer Leitkultur des 21. Jahrhunderts entwickelt. Das ist gut so und das hat auf einer ganz anderen Ebene neue Branchen und Wirtschaftszweige ins Leben gerufen. Dass mit ökologischen Ideen gutes Geld verdient werden kann, Arbeitsplätze geschaffen werden und ein oft mittelständisches Unternehmertum neue Betätigungsfelder findet, ist mittlerweile Konsens in Politik und Gesellschaft.

Bleiben die Mühen der Ebene. Was schon Friedrich Schiller ahnte: „ Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.“ Großflächige Windparks  erzeugen regenerative Energie, schön sind sie jedoch nicht und Anrainer hätten lieber gerne den unverstellten Blick auf ihre Landschaft. Ähnlich verhält es sich mit den Stromtrassen, die offshore gewonnene Energie in den Süden des Landes transportieren sollen. Da revoltiert sogar der eine oder andere Kreisverband der grünen Partei.

Das jüngste Beispiel für ein ökologisch an sich sinnvolles Projekt, das ins Gerede gekommen ist, ist die Erdwärmebohrung. Es begann im Städtchen Staufen im Breisgau. Die ruinösen Folgen für den Gebäudebestand sind dort seit Monaten zu besichtigen, der Katastrophentourismus feiert fröhliche Urstände, die Medien berichten rund um die Uhr. In Wiesbaden traten nach einer Erdsondenbohrung 6000 Liter Wasser pro Minute aus der Erde – direkt neben dem hessischen Finanzministerium. Und jetzt hat es Leonberg getroffen: In der dortigen Thomas-Mann-Straße weisen zahlreiche Gebäude zentimeterdicke Risse auf, Haftungsfragen bleiben – wie fast immer – ungeklärt. Dabei ist in diesem Fall – so scheint es zumindest – nicht einmal das berühmt-berüchtigte Anhydrid im Spiel, das mit seinen Quelleigenschaften das Damoklesschwert jeder tiefer gehenden Bohrung darstellt. In Leonberg soll einfach ein Hohlraum angebohrt worden sein und schon gerät die Erdkruste in verhängnisvolle Bewegung.

Eine kleine Bemerkung am Rande: in unmittelbarer Nachbarschaft der Leonberger Thomas-Mann-Straße wird zeitnah von Isocal ein SolarEis-Behälter im Erdreich installiert – selbstredend ohne Beeinflussung der Statik der umgebenden Gebäude. Schließlich gräbt man für die "Eisheizung" nur so tief wie für einen herkömmlichen Keller.

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Kommentar von Heiko Lüdemann | 03.09.2011

Zu tief an falscher Stelle gebohrt ...

http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige;art16305,2230504


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